Maiglöckchen

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist weit verbreitet. Es zählt zur Familie der Mäusedorngewächse. Sein botanischer Name setzt sich zusammen aus „convallaria“ (lat. „in den Tälern vorkommend“) und „majalis“ (lat. auf den Monat Mai bezogen).
Verbreitet ist es vor allem in den gemäßigten Zonen Nordamerikas und Eurasiens.

Eine ausdauernde, krautige Pflanze ist das Maiglöckchen. Es wird bis zu 25 cm hoch. Seine Wurzeln können bis zu 50cm in den Boden hinab reichen.
Der Stängel wird von meist zwei langstieligen Blättern eingehüllt. Ansonsten ist er unbeblättert, kantig und wächst aufrecht.

In der Zeit zwischen April und Juni werden fünf bis zehn nickende, breitglockige, reinweiße Blüten in einem traubigen Blütenstand entwickelt. Von den Blüten geht ein intensiv süßlicher Duft aus, der potenzielle Bestäuber anlocken soll. Hier werden Insekten, vor allem Bienen angesprochen.

Sommerwarme Klimalagen und Standorte im Halbschatten sind es, die Maiglöckchen lieben. Sie gedeihen einerseits auf kalkreichen, andererseits auf sauren Böden.
In schattigen Waldlagen treibt die Pflanze auch aus, jedoch meist ohne Blüten. Ausbreiten kann sich das Maiglöckchen hier überwiegend über die Wurzelausläufer. Es ist ein Mullbodenkeimer und benötigt hierfür die Hilfe von Wurzelpilzen.

Hat man erst einmal Maiglöckchen im Garten und möchte diese loswerden, ist folgendes zu beachten: Entfernen Sie alle Wurzeln gründlich und werfen Sie diese nicht auf den Kompost! Selbst die kleinsten Wurzelrückstände treiben wieder aus. Dies ist der Nachteil einer so anspruchslosen Pflanze!


Man verwendet das Blütenöl der Pflanze in Parfums. Auch für Topfbepflanzung und als Schnittblume wird es angebaut.

Das Maiglöckchen ist zugleich Heil – und Giftpflanze. Es wird vor allem bei Herzleiden eingesetzt. Bei überwiegender Dosis können Herzrhythmusstörungen und Übelkeit auftreten.

Neben der Lilie, der Rose und anderen Pflanzen zählt das Maiglöckchen zu den so genannten Marienblumen. Es stand mit seinen kleinen weißen, nickenden Blüten für die keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit Marias. Aus diesem Grunde war es in Abbildungen eher klein am Rande zu sehen.

Das Maiglöckchen wird übrigens gerne als Dekoelement beispielsweise bei einer Kuckucksuhr verwendet.